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G O S P E L G O T T E S D I E N S T Ein Beispiel für einen Gospelgottesdienst: „May the Lord Send Angels“
Wie der Ablauf eines Gospel-Gottesdienstes aussehen kann, zeigt das folgende Beispiel. Der Gottesdienst wurde im Oktober 2005 in der evangelischen Stadtkirche Ratingen gefeiert. Pfarrer war Dr. Gert Ulrich Brinkmann. Die musikalische Gestaltung hatte der Gospelchor „PaterNoster“ mit Pianist Markus Wentz.
Chor: „Make my day“
Pfarrer: Begrüßung mit Textelementen aus dem gesungenen Lied „Make my day“
Gemeindelied [zusammen mit Gospelchor]: Hört, wen Jesus glücklich preist [EG 670]
Pfarrer: Eingangsvotum
Gemeinde: Und mit deinem Geist.
Psalm 91 [im Wechsel: Pfarrer - Gemeinde]
Chor: „Holy“ [als Ersatz des liturgischen Glorias]
Pfarrer: [Gebet] Gütiger Gott, du bist Herr über der Engel Schar. Einen Schutzengel an unserer Seite, der uns leitet und begleitet, den könnten wir schon gebrauchen für uns, für unsere Kinder und für unsere Lieben. Denn wir fühlen uns im Alltag oft allein und ausgeliefert. So viel bedroht uns. Die Zukunft ist ungewiss. Wir wissen nicht, was richtig ist und was falsch. So bitten wir dich: Sei bei uns. Sende uns deinen Engel, dass wir aufstehen und frei werden. durch unseren Bruder Jesus im Heiligen Geist. Amen.
Lektor: Lesung Apostelgeschichte 16, 1-11
Pfarrer: [Hallelujavers] Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Chor: „Hallelujah, salvation and glory“ [als Ersatz des liturgischen Hallelujah-Gesanges]
Glaubensbekenntnis
Gemeindelied [zusammen mit Chor]: „Jesus is the answer”
Pfarrer: Abkündigung der Diakoniekollekte
Chor: „May the lord send angels“ [Hinführung zur Predigt]
Predigt zu Apostelgeschichte 16, 1-11
Chor mit Gemeinde: „Lead me, guide me“ [Antwort auf Predigt]
Pfarrer: Abkündigung
Chor: „How I got over” [Hier war freie Liedwahl möglich]
Fürbittengebet mit Chor: „Prayer for the city” [Das Lied ist an sich schon eine Fürbitte, deshalb bietet es sich an dieser Stelle an, Aufgreifen des Textes in den gesprochenen Fürbitten rundet das Gebet ab [Ablauf: Chor beginnt mit ersten Teil des Liedes, Chor setzt aus, Fürbitten werden über Klaviermusik gelesen, Chor setzt nahtlos wieder mit zweitem Teil des Liedes an]
Möge Gott doch seinen Engel schicken, zu den Kranken und Vitalen zu den Verzweifelten und den Selbstbewussten zu den Mittellosen den Betuchten zu den Hilflosen und den Mächtigen beten wir denn Krieg, Hunger und Elend herrschen weltweit und ein Ende ist nicht absehbar
Möge Gott doch seinen Engel schicken, auch zu uns, auch wir können seine Engel gut gebrauchen: einen Tröster in der Angst einen der uns durch das unübersichtliche Leben leitet einen der uns stürzt, wenn wir stürzen. Beten wir.
Möge Gott doch seine Engel schicken, der uns aufrichtet, der uns befreit, der uns stärkt, dass wir alleine gehen, gehalten durch seinen Engel in uns, dass wir selbst ein Engel werden für einen Verzweifelten, einen Mittellosen, einen vitalen Menschen. So beten wir. Amen.
Chor [setzt nahtlos wieder an mit]: „Prayer for the City“
Vaterunser
Chor: „Der Segen“ Segen wird über mit Klaviermusik gelesen
Den Weg des Friedens führe uns der allmächtige und barmherzige Herr. Sein Engel geleite uns auf dem Weg, dass wir wohlbehalten heimkehren in Frieden und Freude.
Chor schließt nahtlos an mit AMEN aus dem Segenslied
Chor: „Stay with me” [Das Lied ist ein Segenslied]
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G O S P E L C H U R C H Ein Beispiel für eine Gospelchurch: „Heaven´s Highway“
Um einen Gesamteindruck von einer Gospelchurch zu geben, sei im Folgenden ein Ablaufplan wiedergegeben. Die hier vorgestellte Gospelchurch wurde am Himmelfahrtstag 2006 in der evangelischen Johanneskirche in Düsseldorf gefeiert. Die musikalische Gestaltung hatte der „Gospeltime Workshop-Chor“ unter der Leitung des amerikanischen Gospelsängers Bob Singleton. Begleitet wurde der Chor von einer dreiköpfigen Band. Die Ansprache hielt der Pfarrer der Johanneskirche, Dr. Uwe Vetter. Das Folgende ist die Wiedergabe des Skriptes zu dieser Gospelchurch. Vieles ist in der Umsetzung sicherlich anders gesagt worden. Der Moderator arbeitet mit Moderationskarten, die Textstücke enthalten. Während der Gospelchurch kommt es auch darauf an, auf die Mitwirkenden und auf Situationen zu reagieren. Das ist natürlich bei den Interviews so. Dabei darf dann auch der hier wiedergegebene Fahrplan mal variiert und verlassen werden.
Chor singt zwei Lieder zur Eröffnung: „Let there be glory” und „High and lift it up”
Moderator: [Begrüßung] „Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will… Der Herr denkt an uns und segnet uns… Der Himmel ist der Himmel des Herrn…“ (Psalm 115) Mit diesen himmlischen Gedanken aus dem 115. Psalm: Herzlich willkommen zur Gospelchurch. Sie ahnen es ja schon längst: es geht heute um den Himmel – schließlich ist Himmelfahrt.
Unser Mottolied für heute: „Heaven`s Highway – der Weg zum Himmel“. Und unsere musikalischer Wegweiser auf dem Weg: Bob Singleton und der Gospeltime-Chor. Schön dass Ihr alle da seid […].
Wir alle sind hier zusammen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, des Gottes, der uns Freund ist.
Chor: „Jesus, I love calling your name”
Moderator: [Einführung] Waren Sie heute auch draußen unterwegs? Schließlich ist Vatertag, Himmelfahrt. Mit dem Fahrrad vielleicht den Rhein entlang bis nach Kaiserswerth durch die herrlich gelben Rapsfelder? [Das Foto eines Fahrrads vor einem Rapsfeld wird gezeigt.]
Und haben Sie sich bei der Rast ins Gras gelegt? Nach oben in den Himmel geschaut? Die Wolken gesehen? [Foto Wolken] Wie sie über Sie hinweg ziehen? Haben sie ihnen nachgeschaut und es auch gesehen: Vom Himmel das Blau? Und haben Sie sich auch gefragt, was wohl dahinter kommt? Mir kommt in solchen Momenten, wo das Wetter stimmt, ein laues Lüftchen weht und ich in den weiten Himmel schau immer in den Sinn: Mensch, wie groß das alles ist - über uns. Und dann liegt auch noch ein tolles langes Wochenende vor uns: Himmelfahrt, Himmel-auf-Erden-Tag [Foto Grillfest].
Ein Tag zum Abheben [Foto Flugzeug] – höher, weiter – ins Unendliche [Foto Rakete]. Der Blick zum Himmel, zeigt uns, wo wir stehen [Foto Sternenhimmel] unter diesem grenzenlosen Himmelszelt, wir, die Menschen im endlich-begrenzten Leben. Der Himmel geht über allen auf, er geht auf alle über… Und doch: er ist so weit weg – der Himmel - es gibt sehr viel mehr, als wir nur sehen.
Was sehen wir eigentlich vom Himmel? Was fühlen wir davon? Was erahnen wir? Ich habe darüber mal in einem Brief was gelesen – in einem Brief, der vor 1950 Jahren geschrieben wurde und auch an uns adressiert wurde. Der Brief stammt vom Apostel Paulus, der von sich selbst in der dritten Person schreibt, wie er einmal eine Himmels-Erfahrung gemacht hat. Wolf-Dieter, lies uns das mal vor, was da im 2. Korintherbrief [1 bis 4] steht.
Sprecher 1: [Lesung] „…wir [sprechen] jetzt von den Visionen und Offenbarungen, die der Herr schenkt. Ich kenne einen bestimmten Christen, der vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel versetzt wurde. Ich weiß nicht, ob er körperlich dort war oder nur im Geist, das weiß nur Gott. Ich bin jedenfalls sicher, dass dieser Mann ins Paradies versetzt wurde, auch wen ich nicht weiß, ob er körperlich dort gewesen ist oder nur im Geist. Das weiß nur Gott. Dort hörte er geheimnisvolle Worte, die kein Mensch aussprechen kann.“
Chor: „Heaven’s Highway“
Moderator und Sprecherin der Initiative „Kinder von Tschernobyl“ [Spendenaufruf] Heute haben wir Glück gehabt. Heute ist Feiertag mitten in der Woche: da können wir aussteigen, uns ausruhen, erholen, durchatmen. Ruhetage und Ferien bringen uns neue Perspektiven durch die wir uns wieder fit machen. Das brauchen wir. Das brauchen vor allem aber die, deren Alltag durch die Verwundungen bestimmt ist, die Gottes Schöpfung von Menschenhand zugefügt wurden. Und zu denen gehören die Kinder von Tschernobyl.
Erinnern Sie sich? Vor 20 Jahren schauten wir besorgt nach oben, weil wir eine radioaktive Wolke fürchteten. Wer heute in Tschernobyl lebt, der trägt nach wie vor an den schlimmen Folgen des damaligen Atomunfalls. Zum Glück gibt es Menschen, die zu den Menschen dort in Weißrussland stehen und die sich ihnen verbunden fühlen. So einen Menschen möchte ich Ihnen jetzt vorstellen. Begrüßen Sie mit mir Angela Nagel vom Verein „Kinder von Tschernobyl“ hier in Düsseldorf.
Angela, wieso engagierst du dich für die Kinder von Tschernobyl? Was macht ihr im Verein? Wie helft ihr? Wie werden die Kinder untergebracht? Was machen sie den ganzen Tag? Wir haben da mal ein paar Bilder [Fotos von der Internetseite werden eingespielt; Moderator und Interviewpartnerin unterhalten sich frei über die Fotos]. Wie können wir euch bei eurem wichtigen Engagement unterstützen? [Konkreter Hilfszweck wird genannt; konkrete Summe, Moderator leitet zur Kollekte].
Chor: „The storm is over” Chor: “I’m so glad”
Moderator: [Interview mit Bob Singleton] Alle reden von Pisa, wir auch: Jetzt kommt nämlich der Pisa-Test in der Gospelchurch. Meine Damen und Herren, liebe Gospelfreunde: Heute testen wir Ihr Schulenglisch. Wer weiß, was Himmel auf Englisch heißt? [erwartete Antworten: „sky“ und „heaven“ ]. Können Sie auch den Unterschied erklären? Jetzt frage ich mal einen „native speaker“, ob das so richtig ist, wie Sie das erklären. Wir gehen einen Schritt weiter, übertreffen Pisa und machen „Learning English with Bob”.
[Fragenkatalog an Bob Singleton gerichtet; Moderator übersetzt und referiert Fragen und Antworten:] Bob teach us some English, please. What is the difference between “sky” and “heaven”. [Singleton antwortet]
Heaven plays a prominent role in your songs. Tell us, do you really believe in Heaven? Have you got an idea about what Heaven will be like?
A very personal question: Do you think, that some time you will be going to Heaven? Have you got an idea, what sort of place Heaven could be? Will it be a nice place? Who are we going to meet in Heaven? What do you think, how can we achieve to go to Heaven, or what are we to do in our life to reach Heaven? This is a question for a piece of advice, as it were. Bob, thank you very much. Now take us along on ‘Heaven’s Highway’, please.”
Chor: „Heaven’s Highway” (Reprise)
Moderation: [Anmoderation zu Ansprache] „I’m climbing up Heaven’s Highway” – jeden Tag ein Stückchen weiter zum Himmel. Sechsspurig, freie Fahrt ohne Radarfalle, offenes Verdeck, im Radio Gospelmusik zum Mitsingen …. Feine Sache – der Weg zum Himmel als Schnellweg. Oder sind wir da eher auf einem Holzweg? Wie empfindest du das, Uwe? Gibt es etwa Abkürzungen und auch Fußwege? Unser Mottolied weist ja auch auf die Fußstapfen Jesu hin, die die Richtung angeben. [Pfarrer gibt eine erste Antwort, dann Moderator:] Ich möchte Ihnen Uwe Vetter vorstellen. Er ist Pfarrer dieser Kirche [i.e. der Johanneskirche]. Und eigentlich ein Experte für himmlische Wege…. [Moderator zieht sich zurück, Pfarrer übernimmt und führt seine Ansprache weiter]. Pfarrer: [Ansprache]
Chor: „It’ all about you Lord”
Sprecher 1 und 2: [Ankündigungen – Kollektenertrag und andere Hinweise rund um Gospel, Gospelchurch und Gospelbistro]
Chor: „Goin up yonder”
Sprecher 1 und 2: [Geschenkaktion, unterlegt von Klaviermusik: „Oh, how I love Jesus“; Sprecher 1 beginnt:] Wir haben uns mitnehmen lassen auf einen Weg himmelwärts, haben dabei gesungen, haben den heiligen Namen des Herrn im Himmel gepriesen, haben aus Worten, Gesang und Musik uns Kraft geben lassen… In solchen Momenten sind unsere Gedanken auch bei denen, die uns nahe sind und jetzt leider nicht hier sein können, nicht hier sein können, weil sie krank sind, weil sie weil sie Sorgen haben, weil sie vielleicht nicht mehr hierher in die Kirche kommen können.
Wir möchten drei kleine Holzkreuze weitergeben. Die Kreuze stammen aus einer Werkstatt für geistig und schwer mehrfach behinderten Menschen in Pskow – es sind so genannte Fingerkreuze. Ein Fingerkreuz ist ein greifbares Zeichen der Hilfe und des Trostes. Es kann schweigend oder beim Gebet in der Hand Halt geben, kann Angenommensein vermitteln, Freude und Zuversicht verspüren lassen…
Wir möchten diese Kreuze weitergeben an die, die heute nicht hier sein können - als Zeichen, dass wir an sie denken, als Geschenk denen, denen dieses Kreuz Trost und Hilfe sein kann, als Erinnerung und Versprechen, dass wir uns auf Gott und sein Wort verlassen können. Bitte melden Sie sich, wenn Sie eines der drei Kreuze mitnehmen möchten für jemanden, der oder die heute nicht hier sein kann. [Sprecher 1 geht weit in den Kirchraum hinein, wenn sich jemand meldet, wird gefragt, für wen das Kreuz mitgenommen werden soll, Frage und Antwort hören die Gospelchurch-Teilnehmer über Mikrofon].
Sprecher 2: [spricht, jeweils nachdem ein Kreuz verschenkt wurde, einen Vers] „Weißt du wo der Himmel ist? Außen oder innen? Eine Handbreit rechts oder links, du bist mitten drinnen.“
„Weißt du, wo der Himmel ist? Nicht so tief verborgen. Einen Sprung aus dir heraus. Aus dem Haus der Sorgen.“
„Weißt du, wo der Himmel ist? Nicht so hoch da oben. Sag ja zu dir und mir, du bist aufgehoben“ [Wilhelm Willms]
Chor: „Oh, how I love Jesus”
Moderator: Vaterunser
Pfarrer: Segen
Chor: „May the Lord God bless you real good”
Moderator: Bedankt sich bei den Beteiligten, fordert auf zum Bleiben und zum Treffen im Gospelbistro (i.e. Café im Foyer der Johanneskirche).
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